DAILY MARKETS

                                        

Immer am Ball bleiben
                                        
  • 14.06.2012

    Italiens Regierungschef Monti erklärte gestern Abend, dass er von der EU "Unterstützung" für seine "Reformen" brauche. Diese seien eine bittere Medizin, aber unerlässlich, damit nicht auch Italien zum Opfer der Schuldenkrise werde. Gemeint waren Wirtschaftshilfen für schwache EU-Länder. EU-Hilfen speziell für sein Land benötige er jedoch nicht.

  • 11.06.2012

    Die Finanzhilfe für Spanien und die Aussicht auf eine EZB-Zinssenkung lässt die Aktienkure hochschnellen. Von den Finanzwerten profitiert die Deutsche Bank heute bezeichnenderweise am meisten. Der Euro allerdings verliert trotz allem seit heute Morgen beinahe einen Cent und die Kursgewinne beim DAX zum Handelsstart brökeln gerade langsam wieder.

  • 08.06.2012

    Nach den gestrigen Hoffnungen auf die Notenbanken in Euroland und den USA, einer Herabstufung Spaniens Kreditwürdigkeit wenig über Ramschniveau durch Fitch kündigt Spanien nun an, EU-Hilfen beantragen zu wollen, offiziell angeblich am Samstag. Spanien geht das Geld aus, um landeseigene Banken weiter zu stützen und nun soll es Irland, Portugal und Griechenland folgen. So recht positiv wirkt das alles auf die Märkte zum Wochenausklang offenbar nicht. Die wachsenden Größenordnungen der Hilfen stoßen bedenklicherweise nicht mehr auf positive Resonanz.

  • 06.06.2012

    Nachdem eines der schlimmsten Szenarien einer Zahlungsunfähigkeit Spaniens gestern verdaut werden musste, bewegt sich der DAX nun entgegen gesetzt. Gleichzeitig prasseln weiter schlechte Nachrichten auf die Märkte ein. Rating-Agenturen glauben mit der ausufernden Bankenkrise nicht mehr so fest an Deutschland als alles bewältigender Rettungsschwimmer. Nun wurden deutsche Banken von Moody's abgestuft. Die Commerzbank erhält darüber hinaus einen negativen Ausblick. Eine Neu-Einstufung der Deutschen Bank sei noch in Prüfung. Eine Abstufung der größten Bank Deutschlands hätte Signalwirkung und dürfte den Märkten mit dieser Verzögerung wohl schonender vermittelt werden.

  • 05.06.2012

    Nichts Geringeres als eine anstehende Zahlungsunfähigkeit konstatiert der spanische Finanzminister heute, indem er mitteilt, dass sein Land zu den derzeitigen Konditionen am Markt sinnvollerweise eigentlich kein Geld mehr aufnehmen kann oder sollte. Dies hält das Land jedoch nicht zurück am kommenden Donnerstag erneut Anleihen auszugeben. Eine Äußerung über die Annahme von EU-Hilfen für Spanien ist in öffentlichen Äußerungen derzeit weiterhin tabu.

  • 04.06.2012

    Nach wiederholten SPIEGEL-Informationen drängen Merkel und Schäuble Spanien Finanzhilfen über den EFSF auf, auch wenn dies von beiden zwischenzeitlich dementiert wurde. Spanien hingegen will direkte Hilfen für dessen Banken. Spanische Banken erlitten im ersten Quartal die größten Liquiditätsabflüsse seit den 90er Jahren. Es geht um die Gefahr einer Panik und eines unkontrollierten Abzugs von Guthaben bei spanischen Banken. Informationen über dortige Liquiditätsabflüsse im April und Mai wurden bislang nicht veröffentlicht.

  • 30.05.2012

    Gelder zur Bankenrekapitalisierung wurden bisher lediglich über ein Hilfsprogramm des betroffenen Staates verteilt. Nun soll der Hilfs-Fonds die Banken direkt stützen. Nächste Woche will die EU-Kommission konkret erläutern wie sie auf einen möglichen Zusammenbruch einer Bank reagieren will. Der DAX reagierte mit einem Kurssprung von 100 Punkten, sackte dann jedoch sogar unter sein Ausgangsniveau ab.

  • 25.05.2012

    In Spanien wird von den Regionen und des teilverstaatlichten Sparkassen-Konzerns Bankia neuer Finanzbedarf angemeldet. Katalonien erwirtschaftet ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes und sendet einen Appell an die Zentralregierung: "Uns ist es egal, wie sie es tun, aber wir müssen Zahlungen tätigen am Monatsende". Die Region muss in diesem Jahr mehr als 13 Milliarden Euro umschulden und kann sich nicht mehr selbst finanzieren. Über 15 Milliarden Euro zusätzliche Stützungsgelder will Bankia haben. Der Antrag wird am Freitagabend bekanntgegeben werden. Die Bankia-Aktie wurde vom Handel ausgesetzt. Der Euro steht aktuell bei knapp über 1,25.

  • 24.05.2012

    Enttäuschende Daten für Anleger waren heute der gesunkene Ifo-Geschäftsklimaindex am vormittag und die nur um 0,2% gestiegenen Auftragseingänge für langlebige Güter in den USA am Nachmittag. In London übermittelten die staatlichen Statistiker
    nun ein schrumpfundes Bruttoinlandsprodukt von 0,3 Prozent, eine nach unten revidierte Schätzung. Es gilt heute zu bedenken, dass SAP und Metro ex Dividende handeln.

  • 23.05.2012

    Der Euro sinkt am Morgen auf den tiefsten Stand seit August 2010. Im Vormittagshandel erhielt der Anleger für die Gemeinschaftswährung zweitweise nur noch 1,2616 Dollar. In Italien sank das Verbrauchervertrauen auf den tiefsten Stand seit 1996. Heute diskutieren Politiker der europäischen Länder über Konjunkturmaßnahmen und Eurobonds. Währenddessen feiert der Commerzbank-Vorstand sich mit einer voreiligen Gehaltsanpassung an Vorkrisenniveau, was auf der heutigen Hauptversammlung bei den Anlegern nicht gut ankommt. Der durch die verwässerte Aktienbasis reduzierte Aktienkurs von 1,41 Euro enttäuscht und gefährdet den Verbleib im deutschen Aktienleitindex.

  • 21.05.2012

    Das G8-Treffen am Wochende wirkt offenbar positiv auf die Märkte. Die Position eines strikten Sparkurses ist durch den neuen französischen Präsidenten geschwächt. Auch vom US-Präsidenten gab es einen Rüffel für ein Beharren auf dieser Position. Angela Merkel wird sich damit einer wie auch immer gearteten Hilfe für die Realwirtschaft Griechenlands vermutlich nicht mehr länger verschließen. Am Mittwoch gibt es erneut einen EU-Gipfel, bei dem wohl auch die dafür anvisierten Eurobonds diskutiert werden dürften. Der DAX verzeichnet zum Mittag ein sattes Plus von weit über 100 Punkten. Als Bodenbildung sehen wir dieses Auf und Ab nicht. Der DAX zeigt sich weiterhin volatil und pendelt momentan zwischen 5200 Punkten 5350. Zur Erinnerung: 2007 versuchte der DAX dauerhaft die 8000 Punkte zu überwinden und scheiterte schließlich. Mitte letzten Jahres stand der DAX bei 5000 Punkten. Der Dax lag bei 7000 Punkten zum Jahreswechsel. Konkrete dramatische Nachrichten bleiben heute bislang aus, wenngleich Griechenland weiterhin Thema bleibt.

  • 18.05.2012

    Der DAX gab am gestrigen Feiertag auf 6200 Punkte nach und startete heute etwas über diesem Niveau. Ohne Atempause geht es nun wieder aufwärts, was eine wenig stabile Erholung vermuten lässt. Die Aktienmärkte sind auffällig mit der Verfasssung des Währungspaares Euro-Dollar gekoppelt. Zuvor gab es bereits gestern trotz gegenläufiger Aktien- und Devisenmärkte mehrprozentige positive Gegenbewegungen bei Gold und Silber. Die beiden Edelmetalle wurden zuvor ebenso in deutliche Mitleidenschaft gezogen. Eine Abstufung der Kreditwürdigkeit spanischer Banken durch Moody's folgte der Abstufung italienischer Banken Tage zuvor. Insbesondere heute sind jedoch vielmehr die Augen auf das mit Vorschusslorbeeren überhäufte Facebook gerichtet, ein Unternehmen mit rückläufigen Gewinnen und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 100 sowie einer Bewertung von 100 Mrd. US-Dollar. Die ersten Marktkurse werden wohl trotzdem weit über dem Ausgabepreis von 38 Dollar liegen.

  • 16.05.2012

    In Italien stieg die Rendite für zehnjährige Staatspapiere heute kurzzeitig wieder über die Marke von sechs Prozent, bei der die Marktteilnehmer offenbar aufhorchen. In Spanien wurde diese Rendite schon vorher überschritten. Damit erreichten die Risikoaufschläge im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen Rekordhöhe. Für griechische Anleihen erhalten Anleger momentan übrigens eine Rendite von über 30 % versprochen. Die Lage in Griechenland hat für die Aktienindizes in Spanien und Italien spürbar belastendere Auswirkungen als beim DAX. Die beiden europäischen Börsen verlieren in den letzten 30 Tagen prozentual etwa doppelt so stark wie der DAX.

  • 15.05.2012

    Am späten Montagabend "erlaubte" Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker nach Beratungen in Brüssel den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. Falls das Land bis Mitte Juni kein neues Geld aus dem Hilfsprogramm erhält, droht eigentlich die Pleite. Juncker schloss jedoch nicht aus, dass unter außergewöhnlichen Umständen Fristen für Athen verschoben werden könnten.

  • 14.05.2012

    Offenbar wird inzwischen schon genauer das Wie diskutiert, mit dem Griechenland aus dem Euro austritt. Die Rating-Agentur Fitch sieht nicht nur die Bonität der Euro-Länder bei diesem Szenario gefährdet, sondern auch die Kreditwürdigkeit von Unternehmen aus Südeuropa, insbesondere bei einer plötzlichen Abtrennung Griechenlands von der Gemeinschaftswährung. Neben Firmen aus Griechenland wären Unternehmen aus Italien, Spanien und Portugal mit Herabstufungen ihrer Bonität betroffen, da mit erschwertem Zugang zu Kapital gerechnet werden müsste.

  • 09.05.2012

    Der am Dienstag mit der griechischen Regierungsbildung beauftragte Chef der am linken Rand agierenden Partei sorgt für Unsicherheit an den Märkten. Zusagen Griechenlands, die mit den EU-Hilfsgeldern verknüpft wurden, seien null und nichtig.

  • 08.05.2012

    Nach dem Scheitern der Konservativen bei der Bildung einer neuen Regierung für Griechenland schon nach zwei Stunden hat das sogenannte "Bündnis der Radikalen Linken" (SYRIZA) als zweitstärkste Partei den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten. SYRIZA lehnt die bisherige Euro-Sparpolitik ab und will keine Schulden zurückzahlen.

  • 07.05.2012

    Den Forderungen der Euro-Länder zu entsprechen, dürfte mit der neuen Parteienkonstellation in Griechenland schwieriger werden. Dies würde jedoch ein Aussetzen der EU-Hilfen bedeuten, und zwar schon innerhalb weniger Wochen. Gemäß der Vereinbarung über 130 Mrd. Euro Finanzhilfe muss Griechenland im Juni mitteilen, wie es 2013 und 2014 Einsparungen von 11,6 Mrd. Euro vornehmen will.

  • 04.05.2012

    Zum Wochenausklang mischt sich bei den Anlegern die Enttäuschung über eine langsame US-Arbeitsmarkterholung mit Befürchtungen über Rückschläge im Kampf gegen die Euro-Schuldenkrise. In Frankreich und in Griechenland wird am Wochenende gewählt. Der Verlust im DAX von 2 % kann jedoch nicht den Sturz des Ölpreises um über 4 % erklären. Hier kommen offenbar Hoffnungen auf eine Entspannung bzgl. des iranischen Atomprogramms ins Spiel.

  • 03.05.2012

    Manche Marktteilnemer hatten bei dem heutigen Treffen europäischer Notenbank-Chefs vegeblich auf weitere Geldspritzen gehofft. Mit ihren beiden zusammen rund eine Billion Euro schweren Geldspritzen in den vergangenen Monaten habe die EZB nach den Worten Draghis eine breite Kreditklemme verhindert. Der EZB-Vorstand glaubt offenbar noch einige Monate Zeit zu haben, bis die Liquidität in der Wirtschaft ankommt. Raum für Interpretationen lässt der Ort des Treffens, der erneut nicht Frankfurt war, sondern Madrid. Die spanische Regierung habe "sehr signifikante" Anstrengungen unternommen, um Vertrauen zurückzugewinnen. Die Bundesbank in Frankfurt favorisiert trotz gegenteiliger Spekulationen über die EZB-Leitzinspolitik einen baldigen Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik.

Auf Grund anderer beruflicher Verpflichtungen des Gründers und Autors ruht der Frankfurter Finance Newsletter bis auf Weiteres.

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