Alle hätten verstaatlicht

Heute wurden erneut die ifo-Daten veröffentlicht. Den Leiter Hans-Werner Sinn sah ich letzten Freitag bei einer Podiums-Diskussion. Dort stand er im Kontrast zur Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Man hatte sich mehr oder minder lieb. Keiner der Diskuttanten hat den Aufkauf von Banken bzw. die Verstaatlichung als solche kritisiert. Eben auch nicht der als besonders wirtschaftsliberal geltende Hans-Werner Sinn. Alternativlos. Systemrelevant. Ich kann es nicht mehr hören. Die Marktwirtschaft hat immer weniger Rückhalt in der Gesellschaft. Dafür gibt es nun mehr als deutliche Belege. Papierwährungen funktionieren offensichtlich langfristig nur theoretisch. In der Praxis erleben wir Geldmengenerweiterungen und Konjunkturprogramme. Und wenn das nicht mehr funktioniert gibt es noch mehr Geldmengenerweiterungen und Konjunkturprogramme. Ich appelliere an Sie, meine Leser: Vergessen Sie Euro, USD und co und suchen Sie reale Werte, wenn Sie Ihr Vermögen sichern wollen! Herr Sinn sinnierte auf der Podiumsdiskussion über die momentan niedrigen Zinsen in Europa und dass diese jetzt in Deutschland einen Bauboom ausgelöst hätten. Er klang so zuversichtlich für die deutsche Wirtschaft. Ich verstehe nicht, wie das gut gehen kann für Deutschland, wenn andere europäische Länder leiden und Anleger Spanien, Irland, Griechenland, Großbritannien nicht trauen und diese Staaten immer höhere Zinsen bieten müssen. Ich leihe mir als Bank einfach ein paar Milliarden Euro bei der EZB und kassiere den hohen Zins dieser Länder. Wenn es schief geht, rettet Deutschland den angeschlagenen Staat oder auch mich als Bank. Dass die Rettung von Banken und die Rettung von Staaten Geld kostet, hat Herr Sinn offensichtlich ausgeblendet.