Haftungsausschluss
Offenlegung der Interessen
Copyright


Senden Sie diese Seite einem Bekannten...



DRUCKEN

Vom 23.04.2007


BRANCHE

Investitionsstau bei medizinischer Praxis-Software

Angespannte Finanzsituation bei der medizinischen EDV

Auch für das Gesundheitswesen wird die elektronische Datenverarbeitung immer wichtiger. Ein steigender Kostendruck und Qualitätsanforderungen zwingen auch die Verantwortlichen in den medizinischen Bereichen in die Investition von modernen Technologien. Die finanzielle Situation des Gesundheitswesens ist äußerst angespannt und die Auswirkungen sind spürbar für jedermann. Das bedeutet notwendige Investitionen in diesem Umfeld, die bislang aber nicht in dem erforderlichen Umfang erfolgt sind. Nach Schätzungen des Prognoseunternehmens IDC entfielen im Jahr 2006 auf den Gesundheitssektor insgesamt 2,5 Prozent aller IT-Ausgaben in Deutschland. Pro Beschäftigten hat die Branche damit eine der niedrigsten Ausgabenquoten. Man kann von einem regelrechten Investitionsstau sprechen: 2006 wurden im Gesundheitswesen in Deutschland etwa 358 Euro je Beschäftigtem investiert, während es im Kredit- und Versicherungsgewerbe, der Branche mit dem größten Ausgabenanteil je Beschäftigtem, über 11.000 Euro waren.

Verbesserte medizinische Dienstleistungsqualität

Mit steigenden Qualitätsanforderungen haben Ärzte mehr administrativen Aufwand und mehr Informationen auszuwerten. Um dabei gleichzeitig dem steigendem Kostendruck gerecht zu werden, benötigen moderne Krankenhäuser und Arztpraxen vereinfachte Prozesse im klinischen Alltag. Dies gelingt nur durch schnelleren Zugriff auf umfassende Patienteninformationen im gesamten Versorgungsprozess, damit diese am richtigen Ort zur richtigen Zeit zur Verfügung stehen. Moderne Kommunikations- und Informationstechnologien haben eine immense Bedeutung für die medizinische Dienstleistungsqualität sowie für die Ökonomie von Krankenhäusern. Ärzte sollen die bestmöglichen Informationen zu den Krankengeschichten der Patienten erhalten, die Patienten sollen mit geringen Wartezeiten rechnen können. Gemäß einer Studie des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und Neue Medien (BITKOM) von 2003 ließen sich pro Jahr in deutschen Krankenhäusern 1,27 Milliarden Euro durch einen verbesserten Einsatz der Informations- und Kommunikationstechnologien sparen.

Mehr EDV beeinflusst das Gesundheitsverhalten positiv

Daten, die für individuumsspezifische Bedürfnisse zunächst elektronisch erfasst wurden, können in einem zweiten Schritt individuumsorientiert aufbereitet und über das Internet versendet werden. Individuelle Patienteninformationen auf dem Computer beeinflussen das Gesundheitsverhalten positiv, wie es in konkreten Bereichen der Prävention, in Einzelprojekten und in Modellversuchen erwiesen wurde. Die elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen erlaubt Flexibilität, Personalisierbarkeit und sogar Interaktivität. Auch wenn diese Projekte wertvolle Ergebnisse liefern, haben Ärzte das Gefühl, dass tragfähige integrierende und übergreifende Ansätze und Lösungen fehlen. Das Forum Deutsche Medizintechnik z. B. unterstützt deshalb alle Bemühungen, eine integrierte, ganzheitliche und flächendeckende elektronische Kommunikation im deutschen Gesundheitswesen zu realisieren. Langfristig führt an der Online-Kommunikation für Ärzte kein Weg vorbei, erklären immer mehr Mediziner. Der Vorteil liegt auf der Hand: Informationen lassen sich auf den Datenleitungen vor allem schneller und preiswerter übermitteln als auf dem Postweg.

Vorreiter USA

In den USA hat man von offizieller Seite bereits die Zeichen der Zeit erkannt. Die Bush-Administration hat angeordnet, dass Mediziner bis 2014 Gesundheitsberichte elektronisch speichern sollen. Von den derzeit über 600.000 Medizinern in den USA nutzen derzeit nur 15 % elektronische Möglichkeiten der Aufzeichnungen in ihren Praxen, so der Chief Executive Officer & President Ray Vuono von MedLink International im Frankfurter Finance Newsletter. Allein in den USA wartet ein riesiger Markt von 28 Mrd. USD auf entsprechend spezialisierte Firmen wie MedLink International. Dessen Vorstandsvorsitzender erläutert im Interview mit dem Frankfurter Finance Newsletter, welche Potenziale die digitalisierte Art der medizinischen Daten und Abbildungen haben kann: "Dies bedeutet, um es genauer zu spezifizieren, dass die Informationen nicht nur in elektronischer Form vorliegen, sondern auch mit anderen Einrichtungen austauschbar und übertragbar sein können." Das Ziel ist die sichere Kommunikation zwischen den Ärzten und der ferne Zugang, um den Zugriff auf Gesundheitsaufzeichnungen und persönliche Daten zu erhalten.