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Vom 21.05.2007


BRANCHE

Australien drittgrößter Silberproduzent

Bergbau bedeutender Wirtschaftsfaktor

Der Bergbau hat in Australien eine lange Tradition. Dieser Industriezweig war in den Anfängen der australischen Kolonialzeit treibender Faktor. Das in großen Teilen Australiens, vor allem im Zentrum sehr heiße und trockene Klima prädestiniert den Staat nicht zur intensiven Landwirtschaft. Neben dem Tourismus und der Schafzucht sind der Bergbau im Allgemeinen und die Edelmetallförderung im Speziellen signifikante Einnahmequellen in Down Under. Gegenwärtig macht der Bergbau etwa 5,6 % des australischen Bruttoinlandproduktes aus, es sind mit 129.000 Beschäftigten etwa 1,3 % der arbeitsfähigen Bevölkerung im offenbar kapitalintensiven Bergbau tätig. Vor- und nachgelagerte Wirtschaftsaktivitäten sind bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt. Der Anteil des Bergbaus am Exportvolumen insgesamt beträgt rund 35 %, was sich jedoch vor allem auch durch den Export von Steinkohle erklärt, in dem Australien weltweit führend ist. 40 % der Exporterlöse im Bergbau sind durch metallische Minerale verursacht.

Drittgrößter Silberproduzent weltweit!

In Australien wurde Silber erstmalig im Jahr 1841 im Süden bei Glen Osmond entdeckt. Dort entstand auch die erste Silbermine Wheal Gawler. Viele weitere Minen folgten. Heute ist Australien der drittgrößte Produzent von Silber mit 80 Mio. Unzen pro Jahr - nach Mexiko und Peru mit je über 100 Mio. Feinunzen. Australien exportiert jährlich Silber im Volumen von 20 Milliarden US$.

Queensland ein "Silberparadies"

Der Anteil des in Queensland geförderten Silbers in ganz Australien liegt bei rund 70%. Allein dieser Bundesstaat ist mit einer Fläche von rund 1,8 Mio. Quadratkilometern ungefähr fünfmal so groß ist wie Deutschland, aber mit 4 Mio. Einwohnern nur sehr dünn besiedelt, wobei fast die Hälfte auf die Hauptstadt Brisbane entfällt. Queensland verfügt über einen außergewöhnlichen Reichtum an Bodenschätzen, wobei das Silber eine wichtige Rolle spielt. Es kommt meist in Verbindung mit Blei in einer Tiefe von 50 bis 200 Metern vor, was vergleichsweise nah an der Oberfläche ist.

Eine der bergbaufreundlichsten Region der Erde

Da der Abbau von Silber ein langwieriges Unterfangen ist, ist es wichtig, dass der Ablauf mit Probebohrungen, Landerwerb, Suche nach Arbeitskräften, umwelttechnische Fragen etc. möglichst kompakt und unkompliziert funktioniert. Hierfür ist es wichtig, dass die Behörden mitspielen. In Queensland wird Bergbau gefördert und Investoren haben gute Voraussetzungen. Das für derartige Vergleiche bekannte Fraser-Institut stuft Queensland unter den acht bergbaufreundlichsten Regionen der Erde ein. Der Managing Director des in Queensland nach Silber suchenden Unternehmens Macmin Silver erl舫tert im Interview mit dem Frankfurter Finance Newsletter: "Australien ist mit Kanada vergleichbar. Es gibt sehr 臧nliche gesetzliche Vorschriften, ebenso einen Mangel an gelernten Arbeitskr臟ten - bei trotzdem viel versprechenden Gebieten, in denen sich Minen mit sehr aussichtsreichen Lagerst舩ten aufbauen lassen.".

Queensland konnte in den vergangenen zehn Jahren durchgehend ein stärkeres Wirtschaftswachstum als das übrige Australien verzeichnen und gilt als Motor des Landes. Die ausgezeichnete Infrastruktur und die großen Küstenstädte bieten eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung der Außenhandelskapazitäten. Es gibt dort fünf große Häfen, von denen aus die Metallkonzentrate exportiert werden. Weitere Tiefseehäfen gibt es für die Kohleexporte.

Vorkommen und Umweltaspekte machen Süden von Queensland attraktiv

Bergbau ist ein Geschäft, das die Landschaft unter wirtschaftlichen Aspekten gestaltet. In Queensland gibt es einige Naturschutzgebiete, wie der nördliche Regenwald oder das Great-Barrier-Reef, die sich aber nicht in dem an Bodenschätzen reicheren und landschaftlich unspektakuläreren Süden des Staates befinden. In der Regel gibt es unter dem Umweltgesichtspunkt daher nur wenige Einschränkungen bei der Förderung des Edelmetalls.

Durch den hohen technologischen Standard in Australien kann das Silber kostengünstig mit einem hohen Reinheitsgrad bei geringem Abbaurisiko gewonnen werden. Anders als in manchen südamerikanischen oder afrikanischen Ländern sind die Infrastruktur und die Sicherheitslage ebenfalls weitaus günstiger und mit Kanada vergleichbar. Auch von Naturkatastrophen blieb das Land in der jüngsten Vergangenheit verschont, wenn man von den außergewöhnlich lang anhaltenden Dürren absieht, die vor allem die Schafzucht betrafen.

Silber auf Grund zahlreicher Anwendungsbereiche weiter gefragt

Selbst geringe Mengen Silber können mit speziellen Verfahren aus dem Gestein gewonnen werden. Eine der bevorzugt angewendeten Methoden ist die der "Flotation", wobei kleine Steinkrümel mit einer chemischen Flüssigkeit gemischt werden, die das Silber löst. Die Flüssigkeit wird abgepumpt, mit weiteren elektro-chemischen Verfahren wird das Silber isoliert, extrahiert und bekommt eine feste Konsistenz in der Form eines feinen, hochreinen Pulvers. Dieses Pulver kann industriell verarbeitet werden (Elektronik, Photographie, Reflektoren, Medizin u.a.) oder zu Barren geschmolzen und so verkauft werden, etwa um in Verbindung mit anderen Metallen Schmuck, Geschirr oder Münzen herzustellen. Silber ist leicht zu verarbeiten und besitzt verschiedene Eigenschaften, die es sehr wertvoll machen. So ist es sehr säureresistent, obwohl es schwarz anläuft. Es leitet Elektrizität und Hitze sehr gut und wirkt antibakteriell. Des Weiteren reflektiert es Licht wie kein anderes Metall, und wird deshalb durch ein spezielles Verfahren namens "Elektroplatinierung" zur Beschichtung von Reflektoren oder Weihnachtskugeln benutzt. Silber als Schmuck erlebt derzeit ebenfalls eine Renaissance und ist mit ein Grund für die sprunghafte Preisentwicklung in der jüngsten Vergangenheit. Zurzeit wird es mit rund 13 Euro pro Feinunze gehandelt, was einer Verdreifachung gegenüber 2001 entspricht.