Börsenmakler - eine aussterbende Spezies | www.frankfurterfinance.de

Börsenmakler - eine aussterbende Spezies

Börsenmakler von elektronischen Systemen unterstützt und ersetzt

Wenn der Kunde seine Order einreicht, gibt die Bank diese Order an die Börse weiter, denn Privatkunden können nicht direkt an der Börse handeln. Obwohl die elektronischen Handelssysteme die Anzahl der anwesenden Personen auf dem Parkett verringern, ist die Spezies des Börsenmaklers noch nicht ganz ausgestorben. Börsenmakler im Präsenzhandel haben jeweils ihre festgelegten Wertpapiere, für die sie zuständig sind. Börsenmakler arbeiten computerunterstützt durch das BOSS-CUBE-System (Börsen-Order-Service-System). BOSS beschleunigt die Kursfeststellung der Makler und die Banken werden über die Kursfeststellung automatisch informiert. So kann die Bank ihre Kunden ohne Zeitverzögerung über die Ausführung der Order informieren. Allerdings hat dies nichts mit elektronischen Handelssystemen zu tun. Bei Xetra wirken keine amtlichen Kursmakler mit. Elektronische Handelssysteme haben die Arbeit des Börsenmaklers zum großen Teil überflüssig gemacht.

Der lange Weg zum Beruf des Börsenmaklers

Für den Beruf des Kursmaklers bedarf einer schnellen Auffassungsgabe und es muss auf dem Parkett schnell entschieden werden. Aufgrund des Umgangs mit großen Beträgen ist hohe Zuverlässigkeit, Integrität und auch ein gutes Zahlenverständnis notwendig. In der Regel absolvieren Börsenmakler eine Banklehre und haben mehrere Jahre einer Wertpapierabteilung einer Bank hinter sich. Um für die Arbeit auf dem Parkett zugelassen zu werden, muss vor der Geschäftsführung der Börse eine Händlerprüfung abgelegt werden. Den letztendlichen Schritt vom Bankmitarbeiter zum angehenden Kursmakler beschreibt die Kursmaklerkammer mit folgenden Worten: "Durch diese Tätigkeit als Bankhändler kommt es zum Kontakt mit den Kursmaklern. Hat der Kursmakler Bedarf an einem befähigten Mitarbeiter, kann es zu einem Angestelltenverhältnis kommen." Der zukünftige Kursmakler muss nach einer Einarbeitungszeit eine umfangreiche Prüfung vor der Kursmaklerkammer ablegen und einen Eid leisten, um zunächst als Kursmaklerstellvertreter arbeiten zu dürfen. Die Arbeit des Kursmaklers wird geregelt durch das Handelsgesetzbuch, die Gewerbeordnung und das Börsengesetz. Der verantwortungsvolle Arbeit des Kursmaklers unterliegt gleich mehreren Behörden: die Handelsüberwachungsstelle der jeweiligen Börse, das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel und das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern

Die Geschäftsaussichten von Wertpapierhäusern haben sich nach der ohnehin reduzierten Maklertätigkeit mit der allgemein verringerten Anzahl von Börsengängen und deren Begleitung weiter verschlechtert. Die Baader Wertpapierhandelsbank, Concord, Nols, die Düsseldorfer Wertpapierhandelshäuser Lang & Schwarz und Schnigge sowie andere versuchen der Flaute entgegenzuwirken. Es werden vor allem in den Sparten Vermögensverwaltung und vorbörsliche Beteiligungen an Unternehmen neue Konzepte entwickelt. Mit den neuen Geschäftsfeldern will man sich dem schwankenden Broker-Geschäft entziehen. Die neue Ausrichtung wird in zuvor gegründete Gesellschaften gekleidet und soll die Betriebsergebnisse entscheidend dominieren. Im Bereich Finanzdienstleistungen werden teils private und teils institutionelle Kunden angesprochen. Mit der Strategie der Unternehmensbeteiligungen will man die kurzfristig von der Börse abgeschreckten kapitalsuchenden Firmen einfangen und Direktfinanzierungen von kleinen und mittleren Aktiengesellschaften ermöglichen, entweder im Sinne von Fremd- oder Eigenkapitalfinanzierungen. Man stellt sich auch strategische Partnerschaften vor und die Unterstützung von Übernahmen von Unternehmen durch das Management bzw. Management-Buyouts.

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