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FELGERS GELDER

                                        

Börsen-Blog von Jürgen Felger
                                        
  • 04.08.2011

    EZB-Chef Jean-Claude Trichet schien auf der heutigen EZB-Pressekonferenz arg geschwächt. Er hat sich mehrfach mit seinem Taschentuch geschneuzt und ein Mal genießt. Außerdem schien er recht gereizt, insbesondere zu Fragen in Bezug auf Italien. Gut aussehen, gut dastehen in dieser momentanen Situation, davon bin ich überzeugt, ging es bei der heutigen Sitzung. Trotz Anspannung und Stress. Das ist zumindest, was ich heute sah. Angeblich seien die neuesten Wirtschaftsdaten wieder mit Unsicherheit behaftet, im Gegensatz zu vor vier Wochen. Es gab keinerlei Hinweise auf Zinserhöhungen. Trichet hat es im Moment nicht einfach, glaube ich. Betrachte ich die Preise von Gold und Silber diese Woche sowie während und kurz nach der Sitzung ist die Situation in der Eurozone sehr ernst.

  • 23.02.2011

    Momentan ist offener denn je, wer in der EZB nach dem Abgang von Jean-Claude Trichet den Helden der griechischen Tragödie spielen wird. Mögliche Kandidaten bringen sich mit ihrem rhetorischen Kampf gegen die Inflation in Stellung. Für mich ist sicher, dass eine Leitzinserhöhung der EZB Turbulenzen an den Finanzmärkten mit sich bringen wird und das ahnt wohl auch der EZB-Chef: Googeln Sie doch einmal in den Nachrichten zu den Staatsfinanzen der einschlägigen Euro-Länder und wie gut oder schlecht und zu welchem Zins diese schon jetzt ihre Anleihen am Markt unterbringen können! Ich möchte in Erinnerung rufen, dass die Märkte bereits bei der letzten EZB-Sitzung enttäuscht wurden. Meiner Einschätzung nach wird Trichet zwar vordergründig den Zeigefinger heben, aber so lange wie möglich untätig bleiben. Es sieht für mich so aus, er will niemandem weh tun. Ich glaube, der 3. März wird wieder eine wunderbare Gelegenheit sein, gegen den Euro zu wetten.

  • 12.11.2010

    Ich schätze, die EU-Politiker retten sich ins Wochenende und werden bis zur Öffnung der Märkte, bis Sonntag Abend, irgendetwas ausklüngeln, um Irland Kredite zu sichern. Vielleicht mit Bürgschaften, vielleicht mit Geld von der Zentralbank. Was auch immer. Statuten spielen schon lange keine Rolle mehr. Schon vor zwei Wochen hieß es von EZB-Präsident Trichet und dem Vorsitzenden der 16 Euro-Länder Juncker: "Sollte keine Ruhe einkehren, werden wir an einer Hilfsaktion für Irland nicht vorbeikommen." Ich schätze, die Zeit ist reif. Was heißt das für den Anleger? Wenn Sie das Risiko und die Illusion in Aussicht gestellter hoher Renditen lieben, kaufen Sie noch heute irische Staatsanleihen zu hohem Zins. Scherz beiseite. Ich schätze, die Märkte werden auf eine erneute Rettungsaktion kurzfristig positiv reagieren. Trotzdem kann ich mich wohl für lange Zeit nicht für Aktien der meisten Branchen erwärmen. Was passiert, wenn die EZB die Zinsen irgendwann erhöhen muss, um inflationäre Tendenzen zu bekämpfen? Die Zinsangebote verschuldeter Länder werden dann noch höher ausfallen müssen. Vielleicht fliegt uns auch schon vorher alles um die Ohren. Ich finde, es ist jedenfalls wieder ein ausgezeichneter Zeitpunkt, Gold zu kaufen. Momentan liegt Gold durch den gefallenen Euro bei weit über 1000 Euro pro Feinunze.

  • 24.09.2010

    Heute wurden erneut die ifo-Daten veröffentlicht. Den Leiter Hans-Werner Sinn sah ich letzten Freitag bei einer Podiums-Diskussion. Dort stand er im Kontrast zur Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht. Man hatte sich mehr oder minder lieb. Keiner der Diskuttanten hat den Aufkauf von Banken bzw. die Verstaatlichung als solche kritisiert. Eben auch nicht der als besonders wirtschaftsliberal geltende Hans-Werner Sinn. Alternativlos. Systemrelevant. Ich kann es nicht mehr hören. Die Marktwirtschaft hat immer weniger Rückhalt in der Gesellschaft. Dafür gibt es nun mehr als deutliche Belege. Papierwährungen funktionieren offensichtlich langfristig nur theoretisch. In der Praxis erleben wir Geldmengenerweiterungen und Konjunkturprogramme. Und wenn das nicht mehr funktioniert gibt es noch mehr Geldmengenerweiterungen und Konjunkturprogramme. Ich appelliere an Sie, meine Leser: Vergessen Sie Euro, USD und co und suchen Sie reale Werte, wenn Sie Ihr Vermögen sichern wollen! Herr Sinn sinnierte auf der Podiumsdiskussion über die momentan niedrigen Zinsen in Europa und dass diese jetzt in Deutschland einen Bauboom ausgelöst hätten. Er klang so zuversichtlich für die deutsche Wirtschaft. Ich verstehe nicht, wie das gut gehen kann für Deutschland, wenn andere europäische Länder leiden und Anleger Spanien, Irland, Griechenland, Großbritannien nicht trauen und diese Staaten immer höhere Zinsen bieten müssen. Ich leihe mir als Bank einfach ein paar Milliarden Euro bei der EZB und kassiere den hohen Zins dieser Länder. Wenn es schief geht, rettet Deutschland den angeschlagenen Staat oder auch mich als Bank. Dass die Rettung von Banken und die Rettung von Staaten Geld kostet, hat Herr Sinn offensichtlich ausgeblendet.

  • 11.09.2010

    Die Hypo Real Estate (HRE) braucht mal wieder Geld. Wahnsinn! Warum lässt man diese Bank nicht einfach pleite gehen? Welche Interessen werden hier geschützt? Zahlreichen wirtschaftlich geführten Banken wird mit derart künstlich am Leben gehaltenen Unternehmen das Leben schwer gemacht. Wenn ich mich als kleine Privatperson verspekuliere, trage ich die Kosten selbst. Wenn sich eine Bank verspekuliert, trägt die Kosten die Allgemeinheit. Gut, die Bank ist noch nicht pleite. Das soll ja gerade verhindert werden. Es hat sich aber gezeigt, dass Politiker in großem Maßstab keine Wirtschaftsunternehmen lenken sollten. Am Rande bemerkt, meiner persönlichen Auffassung auch nicht im kleinen Maßstab. Ich schätze, wenn die DDR-Politiker mit ihrer Planwirtschaft einen höheren Wohlstand erreicht hätten als im Westen, würden wir dieses Jahr nicht 20 Jahre Wiedervereinigung feiern. Die Mauer würde noch stehen. Ich gehe davon aus, dass die Wirtschaftsleistung Deutschlands sich auf Jahre hinaus im Durchschnitt verschlechtert. Mit anderen Worten: Rezession. Genau aus diesem Grund, weil vermehrt nicht mehr Privatpersonen über wirtschaftliche Prozesse entscheiden und weil wir gerade dabei sind, die Marktwirtscahft sukzessive abschaffen. Für mich sind die Bürgschaften so gut wie Ausgaben, denn meiner Auffassung nach kommen wir an einer Insolvenz dieses Unternehmens ohnehin nicht vorbei. Die Milliarden werden nur so in den Ofen geschossen. Um die Dimensionen klar zu machen: Die Bürgschaften belaufen sich auf inzwischen 142 Mrd. Euro. Zu den 100 Mrd. von 2008 und 2009 werden jetzt weitere 42 Mrd. benötigt. Die Staatseinnahmen 2010 werden schätzungweise 510,3 Mrd. Euro betragen. Seit 2008 werden meiner Auffassung nach grob gesagt pro Jahr 10 % der Staatseinnahmen allein für diese Bank verplant. Ich schätze, diese Bürgschaften werden auf die ein oder andere Weise fällig. Denn wenn es so einfach wäre das Unternehmen wieder in Privathände zu geben, dann wäre das inzwischen geschehen. Die Deutschen bzw. die Steuerzahler gehen aber nicht auf die Straße, heute wenn das alles verfügt wird, sondern erst am Zahltag.

  • 09.08.2010

    Auf Kosten der Währungsstabilität wird die Federal Reserve, so sehen es offenbar die Marktteilnehmer, stimulierende Maßnahmen ergreifen. Dass bei einer Nullzinspolitik trotzdem weiter Spielraum besteht, zeigt sich vor allem im Ankauf von Anleihen des eigenen Staates. Der Arbeitsmarkt und der US-Immobilienmarkt
    ?enttäuschen momentan offensichtlich die US-Notenbanker. Eine Arbeitslosenquote von 9,5 % halte ich für die USA extrem hoch. Davon betroffen ist auch der Häusermarkt. Ende Juni ist das Förderprogramm der USA für private Immobilien ausgelaufen. Ich denke, die Fakten liegen auf dem Tisch. Woher die erneute Schwäche der US-Wirtschaft kommt, ist deutlich genug. Diese Sicherheit dürfte meiner Einschätzung nach die Aktienmärkte in den nächsten Monaten beflügeln. Die US-Währung jedenfalls hat schon reagiert. Sie schwächt sich gegenüber dem Euro derzeit deutlich ab.

  • 17.05.2010

    Schon am Freitag hatte die Feinunze Gold die 1000 Euro mehrfach überschritten. Die Mechanik, dass bei schwächerem Euro der in US-Dollar notierte Goldpreis ebenfalls sinken würde, ist außer Kraft gesetzt. Sowohl Dollar als auch Gold steigen. Ganz zu trauen scheinen die Märkte der Überschreitung der 1000-Euro-Marke noch nicht, sonst hätte Gold schon am Freitag die Schallmauer nicht nur durchbrochen, sondern den Stand auch zu Handelsschluss gehalten. Nun mussten wir das Wochenende ausharren und erwartungsfroh dem Handelstart entgegen fiebern. Die Wandlung Jean-Claude Trichets vom Zentralbanker zum Politiker und die Amerikanisierung der europäischen Geldpolitik lässt Gold glänzen wie nie.

  • 11.05.2010

    Dieses ganze Hickhack um den Euro die letzten Wochen haben dem Gold neuen Schub verliehen. Das "Rettungspaket" von 750 Mrd. Euro hat noch einmal zusätzlich unterstützt. Die EZB wirft alle Stabilitätskriterien und Vorsätze über Bord. Ich kann mich an meine Uni-Seminare zur Einführung des Euros und zu den Maastrichter Verträgen 1992 erinnern. Alles schöne hoffnungsvolle Erinnerungen. Wenn es hart auf hart kommt, macht aber die EZB den Euro weich. Jean-Claude Trichet ist für Goldbesitzer nun der beste Freund in Europa!!!

  • 07.05.2010

    Bitte betrachten Sie einmal die Relationen: Die Staatsverschuldung in den USA beträgt 85% des Bruttoninlandsproduktes. Die USA erhalten bis heute die vorzügliche Bonitätsnote "AAA". Griechenlands Verschuldungsquote liegt nicht unweit entfernt bei 98% und dessen Schuldverschreibungen haben Ramsch-Status. Bei etwas weiterem Blick handelt es sich bei dem momentanen Eurokurs-Verfall, meiner festen Überzeugung nach, um einen Abwertungswettlauf der Papierwährungen. Ein Ausdruck dieser, wie ich sie sehe, irren Situation ist der steigende Goldpreis von inzwischen 1200 US-Dollar oder 950 Euro pro Feinunze. Physisches Gold und Silber und mit Abstrichen Rohstoffunternehmen sind die einzigen Investitionsmöglichkeiten, die ich momentan auf Jahre empfehlen kann.

  • 04.05.2010

    Der schwächelnde Euro hat das Gold auf 900 Euro pro Feinunze schnellen lassen. Sichtbarer könnte das Misstrauen gegenüber den Papierwährungen kaum sein. Ob Merkel, Schäuble und co wohl auch privat Geld an Griechenland leihen würden oder privat mit Ihrem persönlichen Vermögen für die Staatskredite einstehen würden? Ich kann nur den Kopf schüttteln. Die Griechenland-Hilfe sei "alternativlos" meint Merkel. Die Griechenland-Hilfe ist ideenlos, sage ich.

  • 03.05.2010

    Eine gute Botschaft für Banker und Politiker. Es bleibt dabei: Die hohe Entlohnung ist unabhängig von der Leistung. Selbst 320 Millionen Euro (von Steuergeldern) an die insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers zu überweisen, stellt keinen Grund dar, irgend jemanden zur Verantwortung zu ziehen, das findet offenbar die Staatsanwaltschaft in Frankfurt. Warum sollten Banker oder Politiker wie im Fall der KfW Dinge tun oder nicht tun, wenn sie hinterher ohnehin nicht dafür verantwortlich gemacht werden?

  • 02.05.2010

    Die Griechenland-Hilfe widerspricht meiner Auffassung nach den Maastrichter Verträgen zur Euro-Währungsunion. Soll man Griechenland helfen? Ja oder nein? Legal, illegal, scheißegal... Was denken sich Merkel, Schäuble, Westerwelle und co eigentlich? Das macht mich wütend, wenn ich darüber nachdenke. Weiß eigentlich der deutsche Durchschnittsbürger, dass etwa 20 % seiner Steuern nicht für Transferleistungen, innere oder äußere Sicherheit ausgegeben wird, sondern an Vermögensbesitzer, die dem Staat Geld leihen? Es nervt mich, wenn Bankenmanager ihr Gehalt kassieren und wenn die Investition schief läuft der Steuerzahler herhalten soll. Verspekuliert? Macht nichts, ein Fall für Super-Merkel. Bitte Derivate und Marktwirtschaft, aber auch klare Regeln, sonst treten irgendwann mit gewisser Berechtigung. noch mehr wie schon jetzt, Marktwirtschaftsfeinde auf den Plan. Fest steht, anerkannte Staatsrechtler haben Verfassungsklage angekündigt, um zu prüfen, ob die Milliardenkredite an Griechenland eine mögliche Veruntreuung von Steuergeldern ist. Der Hannoveraner Volkswirtschafts-Professor Stefan Homburg: "Das Stabilitätsprogramm war von Anfang an ein Betrug am EU-Bürger."

  • 21.04.2010

    Der kanadische Dollar schaffte gestern nun wohl endgültig die Parität zum US-Dollar und gewann auch gegenüber dem Euro. Ich würde die Entwicklung des kanadischen Dollar als sehr erfreulich bezeichnen. Hintergrund sind mit Sicherheit auch die steigenden Rohstoffpreise. Die Entwicklung geht meiner Auffassung nach noch eine Weile rasant weiter. Der australische Dollar hat sich übrigens mit ähnlichen Voraussetzungen die letzten zwölf Monate ebenso beeindruckend verteuert. Die beiden großen Währungsräume sind noch nicht so weit. Ich nehme stark an, die Federal Reserve wird aber noch vor der EZB die Zinsen wieder erhöhen. Wenn die Aschewolke nicht wäre, würde ich zu einem spontanen Shopping-Kurzurlaub in die USA raten.

  • 07.04.2010

    Bemerkenswert finde ich neben dem günstiger werdenden Euro die durchweg steigenden Rohstoffpreise, vom Ölpreis über Basismetalle bis hin zu den Edelmetallen, unter anderem Gold. Durch den immer schwächer werdenden Euro, der inzwischen für unter 1,34 US-Dollar zu haben ist, werden die in US-Dollar notierten Rohstoffe im Euroraum noch teurer. Die Feinunze Gold ist notiert bei 850 Euro (1135 USD).

  • 17.12.2009

    Ich schätze mal zum einen ganz stark, dass der Euro im Moment deshalb geradezu abstürzt, weil sich Euroländer wie Griechenland überschuldet zeigen. Ich gehe zum anderen davon aus, dass die Investitionsmöglichkeiten in den USA jetzt einigen Investoren besonders attraktiv erscheinen, weil sie von einem sich abzeichnenden Aufschwung ausgehen. Um in den USA zu investieren, benötige ich US-Dollar. Daher ist der Dollar auf einmal wieder gefragt. Die USA sind Vorreiter sowohl im Abschwung als auch im Aufschwung, wie ich persönlich denke.

  • 05.09.2009

    Wenn ich die Definition der Sittenwidrigkeit von Wikipedia aufgreife, dann komme ich auf folgenden Wortlaut: "Als sittenwidrig gilt ein Rechtsgeschäft dann, wenn es gegen die guten Sitten verstößt. Die Rechtsprechung zieht hierfür als Maßstab das Anstandsgefühl aller billig und gerecht Denkenden heran." Dieses vertragliche Konstrukt der Abfindung für Karl-Heinz Eick halte ich angesichts der Situation der Beschäftigten für höchst unanständig. Ich prognostiziere 98 % der Bevölkerung denkt genauso. Da hätten alle Vertragsparteien bei Vertragsunterzeichnung vorher nachdenken sollen. So ganz überraschend kam der Zusammenbruch nun nicht.

  • 19.08.2009

    Heute, hörte ich einen Kommentar, die Krise sei vorbei. Es gehe nur noch um eine lange Rezession, die zu verarbeiten wäre. Dem kann ich gar nicht zustimmen. Ich frage mich, ob bei weiteren Firmenpleiten, die staatlichen Möglichkeiten ausreichen können, ob überhaupt noch staatlicher Handlungspielraum vorhanden ist. Ich denke, wir wandern momentan auf einem sehr schmalen Grat. Das sind sich die meisten Menschen in der Bevölkerung nicht bewusst. Daueroptmimisten helfen da nicht und sind kontraproduktiv. Im Moment verdecken die Notenbanken die Probleme noch mehr wie vorher. Der deutsche Staat z. B. ist in einer Zwickmühle. Eine Hypo Real Estate Holding AG kann der Staat nicht pleite gehen lassen, so war die Argumentation. Aber mit Staat wird das Unternehmen auch nicht gesunden. Es werden also immer mehr Kosten und Milliardenlöcher auf die Steuerzahler zukommen. Die Bürgschaften allerdings werden nie fällig werden, denn der Staat wird schon vorher immer wieder Geld in das marode Finanzsystem geben (müssen). Je länger diese Situation anhält, desto dramatischer wird die Lage. Irgendwann werden z. B. die Teilzeitmaßnahmen auslaufen und der Staat vor dem nächsten finanziellen Dilemma stehen: überbordende Sozialausgaben. Dann wird es kritisch. Wenn wir aber jetzt bis Ende 2010 doch noch die Kurve kriegen sollten, dann sind die Grundsteine für eine galoppierende Inflation gelegt und die nächste Krise wartet bereits. Was heißt das für den Anleger? Die meisten Aktien sind mir momentan eine zu heiße Sache. Jedenfalls kein solides Investment. Jetzt gilt es, in Sachwerte zu investieren, die nicht so sehr von Umsatz und Gewinn abhängig sind. Der wahrlich erfahrene Insolvenzverwalter von Arcandor neulich, wohlgemerkt im Vergleich zu anderen bereits insolventen Unternehmen sinngemäß: "So wenig Substanz habe ich bei einem so großen Unternehmen noch nie gesehen. Fast nichts hier gehört dem Unternehmen selbst." Legale Bilanztricksereien, die jetzt auch noch sehr erleichtert wurden, machen es mir diese Tage nicht gerade leicht.

  • 02.06.2009

    Die Börsen gehen ab wie eine Rakete. Irgendwie sträubt sich jedoch alles in mir, auf diesen Zug aufzuspringen. Die Bankenbilanzen z. B. stehen auf tönernden Füßen. Nachdem die Bilanzregeln geändert wurden, können Banker mehr denn je sich ihre Gewinne schön rechnen, wie sie gerade lustig sind. Ich traue dem Braten nicht. Natürlich vernehme ich auch eine bessere Stimmung in der Wirtschaft, an deren vorderster Front. Aber dieser Aufschwung wird mit so viel Notenbank-Liquidität erkauft, dass der Ölpreis ungeahnte Höhen erklimmen wird, falls der Freudentaumel bei den großen Indizes weiter anhält.

  • 30.05.2009

    Die letzten drei Monate, also März, April, Mai waren von starken Entwicklungen charakterisiert. Meine Meinung zum Thema Inflation hat sich nicht geändert. Sie steht uns unweigerlich bevor, wenn die Wirtschaft nicht auf diesem niedrigen Niveau stagnieren soll. Ich rechne damit, dass die Politik, die Wirtschaft mit allen Mitteln zu einem Wachstum verhelfen will. Die Bilanz der letzten drei Monate: Der DAX steigt um 33 %. Der Ölpreis in US-Dollar gerechnet steigt um 66 %, in Euro gerechnet immerhin um knapp 50 %! Für mich persönlich sind das klare Vorzeichen. Öl verteuert sich überportional zu den Börsenkursen, und verzögert zur Wirtschaftsentwicklung. Die Inflation im Euroraum beträgt unter ein Prozent in den letzten drei Monaten. Im betrachtetet Zeitraum hat den Goldpreis sich in US-Dollar um 5 % verteuert, in Euro gerechnet jedoch um 6% vergünstigt. Der Goldpreis hat sich jedoch innerhalb der letzten fünf Jahre vergleichsweise stetig verteuert. Ein wirtschaftlicher Aufschwung und Zuversicht ist nicht gut für den Goldpreis. Ich glaube aber nicht an die Nachhaltigkeit eines solchen Aufschwungs. Wie können Sie von der momentanen Situation profitieren? Konservativen Anlegern rate ich, einen Teil ihrer Anlage in Gold oder Goldminenaktien zu investieren. Risikoorientierte Investoren setzen jetzt auf Öl und Energie.

  • 07.05.2009

    Die Kombination steigender Aktienkurse und mehr oder minder fallender Dollarkurs sowie anders herum scheint weiter intakt. Allerdings steigt jetzt der Goldpreis auch an Tagen mit steigenden Aktienkursen und schwächelndem Dollar. Dies könnte das Signal für den weiteren dauerhaften Goldpreisanstieg sein.

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