Weitblick bei K+S CEO Dr. Ralf Bethke | www.frankfurterfinance.de

Weitblick bei K+S CEO Dr. Ralf Bethke

Bekenntnis zu werteorientiertem unternehmerischem Handeln

Dr. Ralf Bethke hat von 1963 bis 1968 Betriebs- und Volkswirtschaftslehre an den Universitäten Bonn, Köln und Mannheim studiert. In Mannheim hat Bethke 1971 promoviert. Das Thema behandelte die Stilllegung von Eisenbahntrassen und Bethke war dabei in ein Projekt der Deutschen Bundesbahn einbezogen. Der Inhalt seiner Promotion bei Professor Kirsch tangierte die Wohlfahrtsökonomie und so konnte Bethke, wie er im Interview mit dem FFN berichtet, auch Erkenntnisse für werteorientiertes unternehmerischem Handeln gewinnen. Bei der Wahl zwischen zwei Alternativen - damals nämlich zwischen Bahnverkehr oder Ersatzbussen - kann es keine objektiv beste Möglichkeit geben. Hier sind Werte entscheidend. Wie einfach wären sonst Fragen der "Sozialen Gerechtigkeit" im Unternehmen gelöst: "Ich habe damals gelernt, auch den Unterschied zwischen versteckten Normen und scheinbaren Fakten bzw. Sachaussagen zu erkennen; dies hat mir bei meiner weiteren beruflichen Entwicklung sehr geholfen."

Karriere beim Hauptaktionär BASF

Sein Studium finanzierte sich Bethke bei der BASF in der Produktion. Als er als Absolvent der Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Marketing für BASF unter anderem die Chance hatte ins Ausland zu gehen, griff er beherzt zu. Im Bereich Marketing und Vertrieb arbeitete Bethke von 1978 bis 1984 in der Sparte Düngmittel und sich dort für einen Posten im Vorstand der Chemag AG in Frankfurt profiliert, einer damaligen Handels-Tochtergesellschaft der BASF. Danach ging er wieder zurück in die Zentrale in Ludwigshafen und leitete das Marketing der BASF Zwischenprodukte - was viele Reisen nach Asien, in die USA und Europa mit sich brachte. Diese Aufgabe, so gesteht er im Interview mit dem FFN, hat ihm die Grundlagen und Erfahrung vermittelt, auch das schwierige Geschäft bei Kali und Salz erfolgreich anzugehen. Seit 1990 ist der gebürtige Königsberger im Vorstand der K+S tätig und übernahm 1991den Vorsitz. Als besonderer Verdienst wird ihm die Zusammenführung der west- und ostdeutschen Kaliindustrie im Jahr 1993 angerechnet, die nicht nur die deutsche Kaliindustrie gegenüber dem Ausland neu positionierte und stärkte, sondern auch sozial verantwortlich eine Reihe Arbeitsplätze erhielt. Unter seiner Leitung wurde auch das Portfolio der Unternehmung um den Spezialanbieter COMPO und um das Stickstoffdüngemittelgeschäft der fertiva erweitert.

Langfristig orientierter Unternehmensstratege

In der Mitarbeiterführung will Bethke seine Unternehmensmitglieder an den Entscheidungsprozessen umfassend beteiligen. Der partizipative, kooperative Führungsstil ist Bethkes Leitlinie, damit alle Mitarbeiter motiviert sind und an einem Strang ziehen. Außerdem wurde vor einigen Jahren auf allen Ebenen eine Erfolgsbeteiligung integriert. Bei den Führungskräften werden persönliche Ziele vereinbart, die entsprechend variabel und leistungsabhängig vergütet werden. Die Lohnsumme der Mitarbeiter soll zu ca. einem Drittel variabel gestaltet werden. Bethke vertritt mit überzeugung den sogenannten Stakeholderansatz und hat mit seiner langfristig orientierten Unternehmensphilosophie nicht nur den Blick auf die Anteilseigner, sondern auch auf die Mitarbeiter und andere Teilnehmer im gesellschaftlichen Umfeld. Bethke, der kürzlich seinen 61. Geburtstag beging und wohl wieder im pfälzischen Deidesheim feierte, ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Frau ist Hobbygärtnerin und wird vermutlich mit den neuesten Gartenprodukten von K+S versorgt sein. Falls es seine Zeit erlaubt, verbringt Bethke seine Freizeit so oft wie möglich in der freien Natur, zum Beispiel mit dem Fahrrad in der Pfalz oder auf dem Golfplatz.

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